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ISDN-Abschaltung in Österreich: So steigen Unternehmen sicher um

Netzbetreiber stellen klassische ISDN-Anschlüsse schrittweise auf IP-Technologie um. Wann ein bestimmter Anschluss betroffen ist, bestimmt der jeweilige Betreiber. Wer erst auf das Kündigungsschreiben wartet, hat wenig Zeit für Rufnummern, Tests und angeschlossene Geräte. Hier steht, was gilt, was Sie prüfen sollten und welche Wege es gibt.

Stand der Dinge

Was bekannt ist und was Ihr Betreiber festlegt

  • Die ISDN-Technik gilt als veraltet, Ersatzteile werden knapp. Laut Ärztekammer Wien (Juli 2025) werden die letzten ISDN-Anschlüsse in Österreich auf IP umgestellt.
  • Laut Ärztekammer Wien (August 2025) hat A1 die zwangsweise Umstellung vorerst ausgesetzt und den Betrieb der zentralen ISDN-Infrastruktur um ein bis zwei Jahre verlängert. Das ist ein Aufschub, kein Ende der Umstellung.
  • Verbindliche Termine für Ihren Anschluss nennt Ihr Netzbetreiber. Fragen Sie dort nach, statt auf ein Schreiben zu warten.

Quellen: Ärztekammer Wien, Juli 2025 (öffnet in neuem Tab) · Ärztekammer Wien, August 2025 (öffnet in neuem Tab)

Mythen und Fakten

Vier verbreitete Annahmen zum ISDN-Umstieg

„ISDN bleibt, wie es ist.“

Die Netzbetreiber stellen klassische ISDN-Anschlüsse schrittweise auf IP-Technologie um. Verschiebungen sind ein Aufschub, kein Ende der Umstellung. Den Termin für einen konkreten Anschluss legt der jeweilige Betreiber fest.

„Meine Telefonanlage muss weg.“

In vielen Fällen nicht. Ist die Anlage SIP-fähig, kann sie über einen SIP-Trunk weiterbetrieben werden. Es gibt auch Varianten, bei denen ältere ISDN-Anlagen angebunden werden können. Vorher werden Hersteller, Version, Codecs und Rufnummernformat geprüft.

„Meine Rufnummern gehen verloren.“

Bestehende Rufnummern können grundsätzlich im Rahmen einer Portierung übernommen werden. Wichtig: Den alten Anschluss nicht vorzeitig und nicht ohne Abstimmung kündigen, das kann die Portierung erschweren.

„Der Umstieg bedeutet Ausfallzeit.“

Nicht bei sauberer Planung: Mit temporärer Rufnummer oder parallelem Trunk wird zuerst getestet, die bestehende Nummer wird erst nach erfolgreicher Abnahme portiert und der Umschaltzeitpunkt vorher vereinbart.

Vorher prüfen

Was außer dem Telefon noch am Anschluss hängt

Viele Probleme beim Umstieg entstehen nicht bei der Telefonanlage, sondern bei Geräten, die an der Leitung hängen. Diese Liste hilft bei der Bestandsaufnahme.

Faxgeräte

Fax lässt sich über Fax2Mail und Mail2Fax ersetzen, auch ohne analoges Gerät.

Alarmanlagen und Aufzug-Notruf

Manche Geräte nutzen Signalisierung, die über IP nicht oder nur eingeschränkt funktioniert. Hersteller oder Wartungsfirma früh fragen.

Kartenterminals und Zahlungsgeräte

Auch sie hängen teils an der Telefonleitung. Vorab beim Anbieter des Geräts klären, ob und wie sie über IP laufen.

Türsprechstellen und Nebenstellen

Alle Geräte erfassen, die gelegentlich über das Telefonnetz kommunizieren. Ein Inventar vor dem Umstieg erspart Überraschungen.

Notrufe

Notrufe müssen zum tatsächlichen Standort passend geroutet werden. Bei mehreren Standorten oder Homeoffice braucht es ein ausdrücklich geplantes Notrufkonzept.

e-card in Ordinationen

Laut Ärztekammer Wien kann bei Ordinationen auch die e-card-Nutzung vom Anschluss abhängen. Wenn Sie ein Kündigungsschreiben erhalten, kontaktieren Sie umgehend Ihren Anbieter.

Ablauf

In fünf Schritten zum IP-Anschluss

1. Bestandsaufnahme

Anlage, Endgeräte, Rufnummern, Anschlusstyp und angeschlossene Geräte erfassen.

2. Zielkonzept

Kompatibilität prüfen und festlegen, was bleibt und was ersetzt wird.

3. Test

Mit temporärer Rufnummer oder parallelem Trunk Gespräche, Durchwahlen und Endgeräte prüfen.

4. Portierung und Umschaltung

Nach erfolgreicher Abnahme wird die Nummer portiert und ein Umschaltfenster vereinbart.

5. Nachkontrolle

Betrieb prüfen, Feinheiten nachziehen, dauerhafte Betreuung sicherstellen.

Häufige Fragen

FAQ zur ISDN-Abschaltung

Wann wird ISDN in Österreich abgeschaltet?

Einen einheitlichen Stichtag gibt es nicht: Jeder Netzbetreiber stellt schrittweise um und teilt Termine individuell mit. Laut Ärztekammer Wien hat A1 die zwangsweise Umstellung 2025 vorerst ausgesetzt und den Betrieb der zentralen ISDN-Infrastruktur verlängert. Planen Sie den Umstieg trotzdem rechtzeitig, damit Rufnummern, Geräte und Tests nicht unter Zeitdruck laufen.

Muss ich meine Telefonanlage tauschen?

In vielen Fällen nicht. Voraussetzung ist, dass die Anlage SIP-Trunking, die benötigte Rufnummernstruktur und die eingesetzten Übertragungs- und Authentifizierungsverfahren unterstützt. Es gibt auch Varianten, bei denen ältere ISDN-Anlagen angebunden werden können.

Kann ich meine Rufnummern mitnehmen?

Bestehende Rufnummern können grundsätzlich im Rahmen einer Portierung übernommen werden. Vor dem Auftrag werden Rufnummernart, aktueller Betreiber, Vertragsinhaber und Anschlussdaten geprüft.

Soll ich meinen ISDN-Anschluss selbst kündigen?

Nicht ohne Abstimmung. Eine vorzeitige oder falsch formulierte Kündigung kann die Portierung erschweren oder dazu führen, dass mit dem Anschluss verbundene Dienste unerwartet enden.

Was passiert mit Fax, Alarmanlage und Aufzug-Notruf?

Fax kann über Fax2Mail und Mail2Fax ersetzt werden. Bei Alarmanlagen, Aufzug-Notruf und Zahlungsgeräten kommt es auf das jeweilige Gerät an: Fragen Sie vor dem Umstieg beim Hersteller oder der Wartungsfirma nach.

Wie lange dauert der Umstieg?

Die Dauer hängt vom bisherigen Betreiber, der Rufnummernart und dem Umfang ab. Planen Sie nicht mit einem Sofortwechsel: Nach erfolgreicher Abstimmung wird ein konkretes Umschaltfenster vereinbart, das üblicherweise mehrere Tage in der Zukunft liegt.

ISDN-Umstieg planen?

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